Sicherlich
verbinden wir Botox mit der kosmetischen Medizin. Wir haben Botox mit
Injektionen zur Faltenglättung verbunden. Dies ist aber nicht seine einzige
Anwendung. Weiter unten können Sie sehen wo Botox sonst in der Medizin angewandt
wird und was es behandeln kann…
Das
Botulinum – Toxin ist ein Protein, welches vom anaeroben Bakterium Clostridium
Botulinum produziert wird. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde entdeckt das
dieser Stoff, Botulismus – eine Art Lebensmittelvergiftung – verursacht.
Botulinumtoxin ist ein wertvoller medizinischer Wirkstoff, welcher bei den
meisten, leider meistens nur für seine kosmetischen Eigenschaften
(Faltenbekämpfung) bekannt ist.
Patienten in
der Neurologie, die von der Verabreichung von Botulinumtoxin profitieren können,
leiden meistens unter:
- Dystonien, wie z.B.: Blepharospasmus
(unwillkürliches Zucken der Augenlider), Hemifazialspasmus (unwillkürliches
Zucken der Gesichtsmuskeln), Schiefhals (unwillkürliche Kontraktionen der Halsmuskeln).
- Spastik verschiedener Muskelgruppen, aus
Gründen die weiter unten erwähnt werden.
Außerdem,
hat vor kurzer Zeit die Verabreichung von Botulinumtoxin, im Rahmen klinischer
Studien zur Behandlung mancher Formen der chronischen Migräne mit besonders
ermutigenden Ergebnissen begonnen. Spastik ist eine Bewegungsstörung, die mit
erhöhter Reaktionsgeschwindigkeit des Dehnungsreflexes (Muskeltonus) und
Hyperreflexie erscheint. Sie wird durch die Übererregbarkeit des
Dehnungsreflexes aufgrund von Schäden im oberen Motorischen Neuron
hervorgerufen. Manche Patienten werden von der Spastik bei ihrer Fortbewegung
und Stützung geholfen, während bei anderen die Spastik ihre Beweglichkeit bei
alltäglichen Tätigkeiten stört.
Spastik
kann, je nach Grund und Lokalisierung des Schadens im oberen Motorischen Neuron,
durch die Wirbelsäule oder das Rückenmark bedingt sein. So kann Spastik nach
einem Schlaganfall, einer Hirnverletzung, einer zerebralen Kinderlähmung, einer
Multiplen Sklerose oder einer Verletzung des Rückenmarks auftreten. Bei dieser
Patientengruppe, kann Physiotherapie meist wenig anbieten und deshalb ist heute
die Verabreichung von Botulinumtoxin in Kombination oder nicht mit einer oralen
Therapie, die einzig heilende Behandlung.
Die Verabreichung
Nach einer
analytischen Studie der beteiligten Muskeln, folgt die Injektion des
Botulinumtoxins, fast schmerzlos, mit einer dünnen Nadel lokal am Muskel oder an
den Muskeln, die für die Spastiksymptome verantwortlich sind. Die Injektion von
Botox muss von einem spezialisierten Arzt durchgeführt werden, der sich mit der
Anatomie der Stelle auskennt.
Das Ergebnis
der Lockerung der Muskeln, bei welchen injiziert wurde, wird nach einigen Tagen
sichtbar, hält 3 - 4 und in manchen Fällen sogar 6 Monate lang. Deshalb muss die
Injektion regelmäßig wiederholt werden (meistens genügen 3 Sitzungen jährlich).
Hier muss betont werden, das wenn das Botulinumtoxin im Anfangsstadium der
Erscheinung der Symptome verwendet wird, das Ergebnis besser
ist.
Die Wirkung
Nach der
Verabreichung, wird Botulinumtoxin zum neuromuskulären Spalt übertragen und
blockiert die periphere Befreiung des Acetylcholins (wichtiger Botenstoff zur
Kommunikation von Nerven und Muskeln). Dies hat die lokale Lockerung des Muskels
zum Ergebnis. Es sollte angemerkt werden, dass die Verabreichung von
Botulinumtoxin bei Patienten mit einem Schlaganfall eine positive Wirkung auf
die Physiotherapie und somit auf die gesamte Verbesserung der Lebensqualität
hat, da ihre Funktionalität steigt und der Schmerz, der durch die Spastik
hervorgerufen wurde, gelindert wird.
Vorteile
-
Einfache
Verabreichung, ohne besondere Vorbereitung
-
Nur wenige
vorübergehende Nebenwirkungen, die mit der geeignete
Dosierung seltenwieder auftreten.
-
Mit der
Verwendung von Botulinumtoxin, kann eine orale Therapie für
Spastik vermindert oder sogar
vollständig abgesetzt werden und somit
die mit ihr verbundenen Nebenwirkungen,
wie z.B. allgemeine
Müdigkeit und Magen-Darm Störungen beseitigt werden.
-
Es ist
bewiesen, dass Botulinumtoxin zur Minderung der Spastik führt
und somit
die Lebensqualität verbessert und besondere
Hilfe bei
Rehabilitationsprogrammen und Physiotherapie leistet.
Abschliessend sollte erwähnt werden, dass obwohl es sich
um ein starkes Toxin handelt, die Verabreichungsdosen so klein sind, dass sie
keine schädliche Folgen für den Körper hervorrufen. Mit seiner Verwendung wird
die Lebensqualität der Patienten die unter Dystonie oder Spastik leiden deutlich
verbessert.