Donnerstag, 10. Januar 2013

Anwendungen von Botox, die Sie sich kaum vorstellen können

Sicherlich verbinden wir Botox mit der kosmetischen Medizin. Wir haben Botox mit Injektionen zur Faltenglättung verbunden. Dies ist aber nicht seine einzige Anwendung. Weiter unten können Sie sehen wo Botox sonst in der Medizin angewandt wird und was es behandeln kann…
Das Botulinum – Toxin ist ein Protein, welches vom anaeroben Bakterium Clostridium Botulinum produziert wird. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde entdeckt das dieser Stoff, Botulismus – eine Art Lebensmittelvergiftung – verursacht. Botulinumtoxin ist ein wertvoller medizinischer Wirkstoff, welcher bei den meisten, leider meistens nur für seine kosmetischen Eigenschaften (Faltenbekämpfung) bekannt ist.
Patienten in der Neurologie, die von der Verabreichung von Botulinumtoxin profitieren können, leiden meistens unter:
-     Dystonien, wie z.B.: Blepharospasmus (unwillkürliches Zucken der Augenlider), Hemifazialspasmus (unwillkürliches Zucken der Gesichtsmuskeln), Schiefhals (unwillkürliche Kontraktionen der Halsmuskeln).

-     Spastik verschiedener Muskelgruppen, aus Gründen die weiter unten erwähnt werden.

Außerdem, hat vor kurzer Zeit die Verabreichung von Botulinumtoxin, im Rahmen klinischer Studien zur Behandlung mancher Formen der chronischen Migräne mit besonders ermutigenden Ergebnissen begonnen. Spastik ist eine Bewegungsstörung, die mit erhöhter Reaktionsgeschwindigkeit des Dehnungsreflexes (Muskeltonus) und Hyperreflexie erscheint. Sie wird durch die Übererregbarkeit des Dehnungsreflexes aufgrund von Schäden im oberen Motorischen Neuron hervorgerufen. Manche Patienten werden von der Spastik bei ihrer Fortbewegung und Stützung geholfen, während bei anderen die Spastik ihre Beweglichkeit bei alltäglichen Tätigkeiten stört.
Spastik kann, je nach Grund und Lokalisierung des Schadens im oberen Motorischen Neuron, durch die Wirbelsäule oder das Rückenmark bedingt sein. So kann Spastik nach einem Schlaganfall, einer Hirnverletzung, einer zerebralen Kinderlähmung, einer Multiplen Sklerose oder einer Verletzung des Rückenmarks auftreten. Bei dieser Patientengruppe, kann Physiotherapie meist wenig anbieten und deshalb ist heute die Verabreichung von Botulinumtoxin in Kombination oder nicht mit einer oralen Therapie, die einzig heilende Behandlung.
Die Verabreichung
Nach einer analytischen Studie der beteiligten Muskeln, folgt die Injektion des Botulinumtoxins, fast schmerzlos, mit einer dünnen Nadel lokal am Muskel oder an den Muskeln, die für die Spastiksymptome verantwortlich sind. Die Injektion von Botox muss von einem spezialisierten Arzt durchgeführt werden, der sich mit der Anatomie der Stelle auskennt.
Das Ergebnis der Lockerung der Muskeln, bei welchen injiziert wurde, wird nach einigen Tagen sichtbar, hält 3 - 4 und in manchen Fällen sogar 6 Monate lang. Deshalb muss die Injektion regelmäßig wiederholt werden (meistens genügen 3 Sitzungen jährlich). Hier muss betont werden, das wenn das Botulinumtoxin im Anfangsstadium der Erscheinung der Symptome verwendet wird, das Ergebnis besser ist.
Die Wirkung
Nach der Verabreichung, wird Botulinumtoxin zum neuromuskulären Spalt übertragen und blockiert die periphere Befreiung des Acetylcholins (wichtiger Botenstoff zur Kommunikation von Nerven und Muskeln). Dies hat die lokale Lockerung des Muskels zum Ergebnis. Es sollte angemerkt werden, dass die Verabreichung von Botulinumtoxin bei Patienten mit einem Schlaganfall eine positive Wirkung auf die Physiotherapie und somit auf die gesamte Verbesserung der Lebensqualität hat, da ihre Funktionalität steigt und der Schmerz, der durch die Spastik hervorgerufen wurde, gelindert wird.
Vorteile
-          Einfache Verabreichung, ohne besondere Vorbereitung

-          Nur wenige vorübergehende Nebenwirkungen, die mit der geeignete
           Dosierung seltenwieder auftreten.

-          Mit der Verwendung von Botulinumtoxin, kann eine orale Therapie für
           Spastik vermindert oder sogar vollständig abgesetzt werden und somit
           die mit ihr verbundenen Nebenwirkungen, wie z.B. allgemeine
           Müdigkeit und Magen-Darm Störungen beseitigt werden.

-          Es ist bewiesen, dass Botulinumtoxin zur Minderung der Spastik führt
           und somit die Lebensqualität verbessert und besondere Hilfe bei 
           Rehabilitationsprogrammen und Physiotherapie leistet.

Abschliessend sollte erwähnt werden, dass obwohl es sich um ein starkes Toxin handelt, die Verabreichungsdosen so klein sind, dass sie keine schädliche Folgen für den Körper hervorrufen. Mit seiner Verwendung wird die Lebensqualität der Patienten die unter Dystonie oder Spastik leiden deutlich verbessert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen